| Die meisten Leser des KEIL-DTM Magazins werden bestimmt auch schon mal im Fernsehen einen Bericht über Autorennen mit Rally+Fahrzeugen gesehen und sich dabei auf den Fahrer- oder zumindest den Beifahrersitz gewünscht haben. Die an Serienfahrzeuge angelehnten Rally+Fahrzeuge faszinieren dabei besonders durch die hohen Geschwindigkeiten auf den schmalen, unbefestigten Schotter- oder Asphaltwegen und vor allem die Drifts in den Kurven oder die Sprünge über kleine Hügel. Und jetzt ist es endlich soweit, man kann diese Autos auch als leistungsfähiges Modellfahrzeug über den Schotter jagen lassen. Yokomo ist ein Modellautohersteller mit sehr großer Erfahrung im Off-Road und Tourenwagenbereich, und welcher Konstrukteur wäre für die Neuentwicklung eines Rally+Fahrzeugs besser geeignet. Der MR-4 Rally, wie die genaue Bezeichnung lautet,
wurde zur Spielwarenmesse der Öffentlichkeit präsentiert und basiert auf der gleichen Plattform, wie der mittlerweile gut bekannte und äußerst erfolgreiche Tourenwagen MR-4 K3. Das Fahrwerk von Rally und K3 ist bis auf wenige Teile gleich aufgebaut. Besonders hervorzuheben und absolut wichtig für eine gute Funktion der Radaufhängungen ist das neuentwickelte verwindungssteife Chassis aus faserverstärktem Composite-Material. Bei diesem e Chassis sind die Ränder nach oben gebogen, um der Konstruktion noch mehr Festigkeit zu geben, aber auch um Steine und fremde Autos von den teuren Elektronikkomponenten fernzuhalten. Dieser Chassistyp hat sich bereits bestens in der Off-Road-Szene, u. a. beim mehrfachen Weltmeister Associated (16. Weltmeister 2WD am 8.8.1999 in Rauma Finland!) bewährt. Der Akku befindet sich auf der rechten Chassisseite, wobei man durch entsprechende Ausformungen sowohl Stick- als auch Saddle-Pack-Akkus fahren kann. Der Akku wird einfach durch einen ebenfalls faserverstärkten Bügel mit Sicherungssplint festgehalten. Auf der linken Chassisseite befinden sich die Fernsteuerungskomponenten und der Motor, womit wir beim Antrieb wären. Der MR-4 Rally hat natürlich Allradantrieb über zwei Riemen, allerdings ist der komplette Antriebsstrang gekapselt, damit keine Steinchen und Staub eindringen können. Durch diese Maßnahme wird besonders der Verschleiß der Antriebsteile reduziert. Zusätzlich ist der hintere Riemen noch wesentlich breiter und stärker ausgelegt, um für eine lange Lebensdauer vorzusorgen. Trotz der sehr guten Paßgenauigkeit und Fertigungsqualität dieses Bausatzes kann es aber nicht schaden den Antrieb mit etwas Klebeband und Schaumstoff 100 % dicht zu machen, er wird sich dann mit einer wesentlich längeren Lebensdauer
bedanken. Sehr gut sind auch die einstellbaren Kugeldifferentiale aufgebaut. Im Gegensatz zum Vorgängermodell (YR-4 K2) sind die Diffs leichter durch eine Feder vor dem Drucklager einzustellen und müssen nicht so oft für eine "smoothe" Funktion erneuert werden. Außerdem ist in den Diffmitnehmern eine kleine Plastikdichtung, die auch das ansonsten ungeschützte Drucklager vor Schmutz schützt. Auch die Radaufhängungen sind völlig neu konstruiert. Die Querlenker an der Vorderachse wurden im Vergleich zum YR-4 um 10 mm, die an der Hinterachse um 17 mm länger. Besonders für den Rally*Einsatz erhält man damit ein wesentlich ruhigeres Fahrverhalten und mehr Griff bei Unebenheiten. Die Stoßdämpfer sind wie bei dem K3 aufgebaut, allerdings sind sie länger (mehr Volumen). Damit wird die für einen Rally wichtige größere Bodenfreiheit mit mehr Federweg erreicht. Auch wird eine gleichmäßigere Dämpfung erreicht. Vorteilhaft ist hier in jedem Fall die Entlüftungsschraube im Stoßdämpferdeckel, durch die man die Dämpfer besser befüllen kann. Sehr gut gelöst ist auch die Befestigung der Schwingenstifte, die nicht wie bisher von schlecht handlebaren Sicherungsringen gehalten werden, sondern durch einen großen Schraubenkopf einer Minischraube, die direkt neben dem Stift eingeschraubt wird. Auch die Karosseriehalter sind eine sehr durchdachte Konstruktion, denn sie sind sehr weit auseinanderliegend plaziert, wodurch die Karosserie besser gehalten wird und nicht vibrieren kann. Die Auflage der Karosserie erfolgt auf kleine, bewegliche Scheiben, die sich der Karosserieform anpassen und durch einen Splint befestigt werden. Dadurch kann die Karosserie feinfühlig in der Höhe
eingestellt werden. Jetzt hätte ich fast noch vergessen, daß der MR-4 Rally serienmäßig mit einer Innenkarosserie (Lexanabdeckwanne) ausgeliefert wird, die mit Klettband am Chassis befestigt wird und dadurch maximalen Schutz vor allem Möglichen bietet (Staub, Steine, Regen, Spione J). Der Bausatz wird in zwei Karosserievarianten geliefert. Zum einen mit einer Subaru Impreza Karosserie und zum anderen mit einer Toyota Corolla Karosse. Und mit im Baukasten ist ein kompletter Dekorbogen für das absolut realistische Rally-Outfit. Die Baukastenreifen haben ein Microblockdesign und bieten besonders auf festem Boden guten Griff, fahren sich allerdings auch schnell ab. Auf die Standardfelgen kann man aber alle Tourenwagenreifen aufziehen. Sehr gut sind zum Beispiel die Pro-Line P-1066K, die auch viel Griff haben, aber länger halten als die originalen Reifen. Mittlerweile gibt es auch schon einige Tuningteile für den K3 und den Rally. Speziell für den Rally gibt es eine Ford Focus Karosserie von Protoform (O-1426 Karosserie und O-1426D Martini Dekorbogen, sieht super aus), aber es passen auch die bekannt guten Tuningteile vom K3, z. B. Inbusschrauben, Spurstangen, Motorträger, usw. Jetzt aber zum Besten am Rally: Das Rally+Fahren! Wer einmal mit so einem Rally-Auto gefahren ist, der ist sofort begeistert von dem absolut "geilen" Fahrverhalten. Dank des Allradantriebs kann man mit Vollgas ganz kontrolliert durch die Kurven driften und die wegspritzenden Steinchen geben ein super Fahrbild ab und können dem Auto durch die Lexanabdeckung nichts anhaben. Auch vom Topspeed ist das Rally-Car genauso schnell wie ein Tourenwagen, hat aber den Vorteil auch auf unebenem Gelände fahren zu
können. Am besten geeignet sind relativ ebene Strecken mit Lehm, Sand und Asphalt, aber auch Sprunghügel machen unglaublichen Spaß mit dem fliegenden Rally. Besonders für Hobbyfahrer und Einsteiger ist dieses Fahrzeugkonzept ideal geeignet, denn man ist mit dem MR-4 Rally nicht an einen bestimmten Untergrund gebunden, sondern kann damit überall fahren, naja fast überall. Auf jeden Fall macht das Rally+Fahren so großen Spaß, daß es sehr schade wäre, wenn nicht auch einige Rally-Rennen stattfinden würden. Deshalb, liebe Clubs und Veranstalter, bzw. potentielle Veranstalter: Prüft doch mal die Möglichkeiten auf Eurer Rennstrecke, ob es nicht auch hier möglich wäre ein Rally*Rennen zu veranstalten. Prinzipiell eignet sich jede Offroadstrecke dazu, lediglich die "Jumps" dürfen nicht zu hoch sein, aber mit ein paar Brettern oder etwas Erde lassen sie sich leicht entschärfen. Denkbar wäre auch ein Rennen auf Asphalt mit Sprunghügeln aus Holz, und vielleicht ein bißchen Sand, der später wieder weggekehrt wird. Ein Rally-Reglement ist schon in Arbeit und wird in Anlehnung an das KEIL-DTM Reglement ausfallen. Wenn ihr also Vorschläge oder Wünsche habt oder einen Rally-Cup veranstalten wollt, dann meldet Euch bei Torsten Krause (Tel. 06252-3902) oder bei der Fa. Keil. 
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