| | | Vor über 10 Jahren stellte Team Associated den inzwischen legendären Asso RC 12 On-Roader vor. Später folgte dann der große Bruder mit fast identischer Technik, der RC 10 L. Beide On-Road Autos haben mehrere Welt- und Europa- meisterschaften gewonnen und wurden immer wieder mit neuer Technik aufgerüstet. Spektakulärste Neuerung der letzten Zeit ist die Asso IS-Vorderachse, bei der nicht nur Spur, Sturz und Nachlauf, sondern auch die Nachlaufveränderung beim Einfedern eingestellt werden können. Geblieben aber ist das einfache Grundprinzip, das das Auto leicht zu bauen, abzustimmen und zu fahren macht. Die aktuellen Versionen heißen RC 12 LC und RC 10 L2, und ein Ende der Team Associated On-Road Ära ist nicht abzusehen. Was liegt da näher, als die bewährte, erfolgreiche Technik auch in einem Formel 1 Modell anzuwenden ? Da in den USA die Formel 1 im Maßstab 1:1 aber nicht so populär wie hier in Europa ist, ließ
ein Asso RC10 F1 bislang auf sich warten. Also ergriff der deutsche Importeur die Initiative und entwickelte mit Sven Voigt einen Formel 1 aus der Technik des RC 12 LC und des RC 10 L2. Basis des KEIL F1 ist ein 3mm starkes, sehr steifes Kohlefaserchassis in der typischen F1 Form. Die Akkus werden für eine optimale Gewichtsverteilung und niedrigsten Schwerpunkt in Saddlepackanordnung direkt auf dem Chassis angebracht. Die Befestigung der Akkus erfolgt entweder mit verstärktem Klebeband, was maximale Gewichtseinsparung bedeutet oder mit Klettbändern, was einfacher zu handhaben ist. Die Vorderachse besteht zunächst aus einer Kohlefasergrundplatte, die quer auf das Chassis geschraubt wird. Auf diese Vorderachsgrundplatte werden dann die bekannten Querlenker der Asso IS Vorderachse geschraubt. Zur Verstärkung werden die Querlenkerträger dann noch mit einem Alurohr gegen ein- ander abgestützt. So ergibt sich eine sehr steife Vorderachse, die sicher stellt, daß auch nur die Federn das Federn übernehmen. Wie bereits erwähnt, bietet die IS-Vorderachse eine Vielzahl von Einstellmöglichkeiten. Über Rechts-/Links-Spurstangen können sehr einfach und exakt Spur und Sturz eingestellt werden. Zusätzlich kann durch das Versetzen kleiner Unterlagscheiben der Nachlauf von 0 bis 4 eingestellt werden. Darüber hinaus kann man durch Wechsel des oberen Querlenkerträgers zwischen zwei Einstellungen wählen. Der eine Querlenkerträger hat einen konstanten Nachlauf beim Einfedern. Der andere Querlenkerträger bewirkt einen Rückgang des Nachlaufes beim Einfedern. Dadurch wird der Vorderachsgriff sowohl am Kurveneingang (viel Nachlauf) als auch am Kurvenausgang (wenig Nachlauf) verstärkt. Für noch mehr Vorderachsgriff kann man noch die serienmäßigen Lenkhebel gegen Inline-Lenkhebel, die als Tuning erhältlich sind (Best.Nr. A-8441 und A-8443), austauschen. Der Fahrer hat mit diesen
Einstellmöglichkeiten die Möglichkeit, den Vorderachsgriff optimal an die Strecken- und Griffverhältnisse sowie seinen Fahrstil anzupassen. Um bei so vielen Möglichkeiten nicht den Überblick zu verlieren, sind alle Einstellungen und deren Wirkung in der Anleitung zum KEIL F1 genau beschrieben. Insgesamt bietet die IS-Vorderachse sehr guten Vorderachsgriff für maximale Kurvengeschwindigkeiten. Jetzt zur Hinterachse: Hier kommt ein Powerpod vom RC12LC zum Einsatz. Die untere Powerpodplatte und der Motorträger sind aus Aluminium gefertigt. Dadurch gibt es eine gute Wärmeableitung für den Motor. Die obere Powerpodplatte besteht wieder aus Kohlefaser. Die Hinterachse selbst ist durchgängig aus Glasfaser gefertigt, was verhindert, daß die Achse bei einem Crash verbiegt. Durch drei im Baukasten enthaltene Kugellageradapter kann die Höhe der Hinterachse und damit die Bodenfreiheit variiert werden. Das Kugeldiff wird so auf der Hinterachse montiert, daß man es bei einem Reifenwechsel nicht öffnen muß und so die Einstellung beibehalten kann. In der Serienausführung ist der KEIL F1 mit einer 48 DP Feinverzahnung ausgestattet, was einen guten Kompromiß zwischen Leichtgängigkeit und Haltbarkeit darstellt. Für Rennfreaks kann natürlich eine 64 DP Superfeinverzahnung nachgerüstet werden. Das ganze Powerpod wird über eine Glasfaser T-Platte an das Chassis geschraubt. Zur Abstimmung, gibt es die T-Platten in zwei Härten. Die Dämpfung der Hinterachse erfolgt über einen Reibungsdämpfer und über einen kleinen Spezial-Öldruckstoßdämpfer aus dem RC 12 LC. Optional kann auch der größere Öldruckdämpfer aus dem RC 10 L2 nachgerüstet werden, was aber in Anbetracht der sehr guten Dämpfungsqualitäten des Seriendämpfers nicht nötig erscheint. Selbstverständlich sind Vorder- und Hinterachse komplett kugelgelagert. Für sehr
guten Gripp an beiden Achsen sorgen Reifen im Standard Pro10 Format. Somit passen auch alle gängigen Pro10 Reifen direkt auf den KEIL F1. Dem Baukasten liegen Jaco grün vorne und hinten bei -eine Reifen-Kombination, die auf Asphalt einen guten Griff bietet. Der Einbau der Fernsteueranlage ist denkbar einfach, erfordert aber kleine RC-Komponenten. Da für einen möglichst niedrigen Schwerpunkt auf eine obere Chassisplatte verzichtet wurde, werden Empfänger und Regler direkt mit doppelseitigem Klebeband auf das Chassis geklebt. Durch die typische schmale F1-Form herrschen auf dem Chassis aber nicht gerade verschwenderische Platzverhältnisse. Aber die normalen Miniempfänger und Regler finden ihren Platz. Sehr praktisch ist die Glasfaserüberrollantenne, die den F1 nach einem Überschlag immer wieder auf die Räder wirft. Für ein angemessenes Rennoutfit sorgt schließlich noch eine sehr flache Protoform Lexan Karosserie, die für guten Anpreßdruck und niedrigen Schwerpunkt sorgt. Zu guter letzt noch ein paar Worte zum Fahrverhalten. In der Baukastenversion und mit der von der Bauanleitung empfohlenen Basisabstimmung hat der KEIL RC 10 F1 ein sehr neutrales und unglaublich präzises Fahrverhalten, was bislang nur von Pro 10 Autos bekannt war. Mit den beschriebenen Einstellungsmöglichkeiten kann man den KEIL F1 dann sehr gut an die Streckenverhältnisse anpassen. Sehr wichtig für ein gutes Fahrverhalten ist der sogenannte Tweak. Bei seiner Einstellung sollte man recht sorgfältig vorgehen, damit das Auto sich in Links* und Rechtskurven gleich verhält. Die Einstellung des Tweak ist in der Anleitung aber sehr genau beschrieben. Erste Rennresultate bestätigen bereits das hohe Potential des Asso F1. So konnte er den ersten SM-Lauf der Gruppe Mitte und das DM-Warm-Up in Andernach gewinnen. Ein vielversprechender Auftakt also für den neuen Star im Formel 1 Zirkus, den Team KEIL
F1.
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